Ich möchte mal ein paar Gedanken teilen, wie ich hier Dinge wahrgenommen habe. Ist alles ohne Gewähr. Hätte ich einen Rechner dabei, würde ich Fakten dazu sammeln. Aber gut, so müsst ihr euch mit meiner Sichtweise auseinandersetzen.

Fangen wir bei dem Müll an, der macht mich wahnsinnig. Es gibt kein Müllsystem, deshalb landet einfach alles in der Natur und besonders am Straßenrand. Vieles wird auch verbrannt, das stinkt wie hulle. Und dann fahre ich in den Südwesten des Landes und traue meinen Augen kaum. Hier habe ich die Städte (sagen wir Kleinstädte) als viel sauberer wahrgenommen. Die Hauptstraße ist nicht am Rand gepflastert mit Plastiktüten und Flaschen, und die Hauseingänge um einiges gepflegter. Woran das liegt? Mmh, wir sind hier sehr weit von Kampala weg und nah an Rwanda, wo es eine strenge Müllpolitik gibt. Ich hoffe es zieht sich die nächsten Jahre noch durchs ganze Land. Der Müll wird bekanntlich nicht weniger aka Supermärkte immer größer.

Wo wir schon im Südwesten sind: Hier scheinen die Milchbauern zu leben. Überall Milchkühe und eingezäunte Flächen. Außerdem scheinen hier viele in der Forstwirtschaft zu arbeiten. Die Menschen wirken bei Weitem nicht so arm. Milchkonsum nimmt hier zu, wenn ihr mich fragt. Sogar die Schweizer haben sich in ein Museum eingeschleust (Austellung zur Milchproduktion) und kooperieren mit einheimischen Bauern. Was genau sie machen, habe ich ehrlicherweise nicht verstanden.

Uganda hat eine wachsende Mittelschicht. Überall werden Häuser gebaut und der Livestyle: Yoga, Soja und Co. werden genauso konsumiert wie bei uns. Es gibt Coworking Spaces und Kulturangebote. Eine tolle Entwicklung, wenn ihr mich fragt. Diese arbeitende Mittelschicht wird das Land nach vorne bringen. Sie arbeiten für das Land.
Aber auch die Landwirte und Restaurantbesitzer auf dem Land scheinen sich gut versorgen zu können. Bettelnde Kinder gab es eher wenige.

Kinder arbeiten trotzdem noch viel mit. Kinder tragen die kleineren Geschwister, holen Wasser oder hüten die Tiere.

Und was ich ziemlich spannend finde: Uganda hat zig Flüchtlinge aufgenommen und jetzt erst eine Regelung dafür eingeführt, damit man es ein wenig kontrolliert. Mein Fahrer meinte, dass sie dem Land helfen.

So und jetzt noch eins. Auto fahren… die Hölle. Zum Glück werden Straßen gebaut und ab und an auch mal eine Ampel. Heute ist uns jemand ins Auto gefahren und weiter gefahren. Shit happens anscheinend. Es sitzen manchmal vorne 5 Leute!! Wie das geht? Zwei aufm Fahrersitz. Sicheres Fahren nenne ich das nicht. Auf Dächern werden die Hühner geschnürrt, Ziegen auf LKWs gefesselt, Menschen sitzen auf Truckdächern oder liegen da. Mann mann mann, dass da nicht mehr passiert.
Matatu Fahrer sind wilde Fahrer. Meine Fahrten waren immer recht unterhaltsam. Links auf dem Fußweg fahren, kein Problem. Dreispurig bei zwei Spuren, kein Problem. Stoßstange auf Stoßstange, kein Problem. Zwischendrin immer Bodabodas oder Fahrräder. Meine Medizin dagegen: Schlafen. Dauern eh immer diese Fahrten, da der Verkehr ein Desaster ist. Viel zu viele Autos auf wenigen Straßen und dann Kreisel, die keiner Regelung folgen außer: der Erste fährt.

So viel von mir.

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