#6 Es ist Zeit aufzustehen. Um Punkt sieben Uhr treffen wir uns am Küchenzelt und werden langsam wach. Ich jeden Morgen mit dicken Augenrändern. Habe mich noch nicht daran gewöhnt, im Zelt zu schlafen. Mein Zeltpartner ist der jüngste der Truppe und schnarcht zum Glück nicht.
Okay, ich schweife ab. Zurück zum Küchenzelt. Unsere fantastische Küchencrew zaubert jeden Morgen was Leckeres. Ich schaufel mir Ananas und Melone auf meinen Teller und zwei Crêpes. Dazu gibt es schwarzen Tee. Danach schnell spülen und die Essensbox abgeben, um das Lunchpaket entgegenzunehmen.

Jetzt fix das Zelt abbauen, was jeden morgen klitschnass vom Tau ist. Den eigenen Backpack verladungssicher machen und zur Sammelstelle bringen.

Da wir an einer Schule schlafen, nutzen wir die Gunst der Stunde des Morgenappells, um die Kinder über Händewaschen aufzuklären. Sticker erklären die 5 Schritte des Händewaschens und zwei aus der Gruppe singen den Hände-Waschen-Song. Die Kinder sind wirklich goldig.

Und bevor ich mich versehe gibt es unseren eigenen Morgenappell und unseren Abmarsch.

Gehen. Gehen. Gehen. Mal vorne, mal hinten, mal in der Mitte. Ich nutze das Gehen gerne, um mit den anderen Leuten zu reden. So vergeht die Zeit schneller und ich lerne die anderen Walker besser kennen.
Nach 2 Stunden gibt es die erste Pause. Und dann wird weiter gegangen und gegangen und gegangen. Immer bergauf…

Auf dem Weg winken einem Kinder, Frauen und Männer zu. Und gerade die Kinder schreien immer „Bye“ oder „Hi Mzungus“. Wir sind echt eine Attraktion.

Nach 6,5 Stunden sehen wir unser Camp und sind überglücklich. Tolles Gefühl anzukommen! Die Füße tun weh. Die Hüfte tut weh. Aber jetzt ist nix mit ausruhen. Erst müssen die Zelte aufgebaut werden, damit sie trocknen können. Dann gehe ich schnell unter die Solardusche die neben dem Truck aufgehängt ist. Eine Plane schirmt mich vor den vielen Blicken ab, aber ich sage es euch: ein wenig frisches Wasser, kann so toll sein! Heute wasche ich mir das erste mal die Haare, wenn man es so nennen kann.

Danach ist 2 Stunden entspannen angesagt. Gruppen finden sich. Ich nehme das Angebot an, dass mir jemand die Füße massiert. (Wir haben untereinander jede Scham verloren. Jeder hat Blessuren, wird nicht mehr wirklich sauber und über Toilettengänge wird offen gesprochen.) Die längste Zeit hänge ich jedoch bei einer Mitwalkerin im Zelt ab und quatsche. Dies das. Was uns so bewegt.

Irgendwann ist das Abendessen fertig und wir sind wie hungrige Tiere. Essen ist ein Fest, auch wenn es viel Bohnen gibt. In der Abendbesprechung lassen wir den Tag Revue passieren und besprechen den nächsten Tag – Tada es ist 21 Uhr und ich bin bettfertig.

Jetzt schreibe ich diese Zeilen und hoffe inständig auf eine Nacht ohne Unterbrechung, bevor morgen 36km auf dem Programm stehen. Aber wenn ich die geschafft habe, gibt es einen Resting Day. Kurz mal die Routine unterbrechen. Schadet keinem und danach kann man leichtfüßiger und motivierter die nächsten Tage angehen.

So viel von mir.

 

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