#7 So schön die ersten Tagen wandern waren, so langsam – falsch, so heftig – kommt der Schmerz.

Heute standen 36 km an und die haben wir locker in 7,5 Stunden geschafft (inklusive Pausen). Was ich von Pausen halten soll, weiß ich noch nicht so ganz genau… danach kommt der Fuß erst mal nicht in den Tritt.
Bei brütender Hitze einfach mal die ganze Zeit den Berg hochzulaufen, ist kein Zuckerschlecken, sondern Arbeit. Ehrlich, wir sind alle Waschlappen. Die Kinder hier laufen Barfuß kurz mit und unsere vier ugandischen Läufer sitzen den Walk mit der linken Arschbacke ab. Sie haben dabei noch nicht einmal eine Blase. Sie springen in der Gruppe immer vor und zurück. Einfach beachtlich was sie leisten und vor allem sind alle super witzig und unterhaltsam, was mich mehrere Kilometer vorwärts trägt.

Vorwärts trägt mich bei dem Schmerz auch die wunderschöne grüne Landschaft und die vielen hübschen, strahlenden Gesichter, die uns auf dem Weg anlächeln oder zuwinken.

Auf dem Weg begegnen uns immer wieder Kinder mit Wasserkanistern, manchmal gefühlt größer als sie selbst. Ist hier eine Selbstverständlichkeit. Wer weiß, wie weit sie laufen müssen, bis sie den nächsten Teich oder hoffentlich Brunnen erreichen.

Für mich waren die letzten Kilometer heute wirklich eine Qual. Meine Füße haben richtig gelitten! Ich habe mir 6 kleine Blasen gelaufen und eine Wunde an der Verse geholt. Nicht schön und vor allem sehr schmerzhaft, da mein Körpergewicht plus der Rucksack mehrere Stunden meine Füße stark belasten. Heute war dann auch ich zum ersten mal bei unserem ugandischen Doc. Ein Hoch auf ihn. Wir leiden hier alle mehr oder weniger. Für die Idee hinter dem Walk und für eure Spenden.

Die Schulen, die wir besuchen, klären wir auf, wie man die Hände richtig wäscht. Dafür verteilen wir Sticker mit der Anleitung und singen mit den Kindern den „washing hands song“. Damit weniger Rotznasen über den Schulhof springen können.

Es ist es wert in Brunnen zu investieren,  sie ermöglichen so viel: Mädchen gehen länger zur Schule, die Konzentration der Schüler ist besser, die Kindersterblichkeitsrate sinkt und Krankheiten verbreiten sich nicht mehr so schnell.

Ich pflege jetzt meine Füße… Damit ich morgen wieder gehen kann.

So viel von mir.

 

Unter folgendem Link kannst du für sauberes Trinkwasser in Uganda spenden und uns helfen, einen Brunnen zu bauen:

gedankentanken.com/brunnen

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